Das Auftragen reaktiver und hochviskoser Medien stellt hohe Anforderungen an Ventiltechnik, Materialführung und Prozessstabilität. Besonders bei Klebstoffen, Dichtstoffen, Silikonen, Polyurethanen, Epoxiden oder Gapfillern müssen Materialaustritt, Medienabriss und Wiederholgenauigkeit zuverlässig beherrscht werden. Mit dem Membranauslassventil WMAV bietet WALTHER Systemtechnik eine kompakte Ventillösung für druck-/zeitgesteuerte Dosier- und Applikationsprozesse in industriellen Produktionsumgebungen.
Das WMAV ist als elektro-pneumatisch gesteuerter Auftragsapparat ausgeführt. Die ausgetragene Medienmenge wird durch Öffnungsquerschnitt, Mediumdruck und Ansteuerzeit beeinflusst. Der Öffnungsquerschnitt lässt sich über die Hubeinstellung des Ventils regulieren. Dadurch eignet sich das Ventil für Anwendungen, bei denen flüssige bis hochviskose Medien kontrolliert ausgetragen und positionsgenau auf Bauteile aufgebracht werden müssen.
Ein wesentliches Konstruktionsmerkmal ist die Membrantrennung zwischen Dosier- und Pneumatikbereich. Das Medium kommt dadurch nur mit Ventilkopf und Membran in Kontakt. Diese Bauweise unterstützt die Verarbeitung feuchtigkeits- oder luftempfindlicher Medien und reduziert das Risiko, dass Umgebungsluft in den Medienraum eindringt. Gerade bei reaktiven Klebstoffen kann dies dazu beitragen, vorzeitiges Aushärten im Ventil zu vermeiden.
Für einen sauberen Materialabschluss verfügt das WMAV über einen Snuff-Back-Effekt. Beim Schließen des Ventils wird das Medium an der Dosierspitze leicht zurückgezogen. Dadurch wird der Medienabriss unterstützt; Nachtropfen und Fadenbildung können reduziert werden. Das ist besonders relevant bei pastösen oder fadenziehenden Medien, bei denen ein definiertes Auftragsbild entscheidend für die Prozessqualität ist.
Das WMAV ist in drei Baugrößen verfügbar und deckt damit unterschiedliche Anforderungen an Öffnungsquerschnitt, Bauraum und Materialdurchsatz ab. Die Baugrößen unterscheiden sich unter anderem in Abmessungen, Gewicht und lichter Weite. So lässt sich das Ventil an verschiedene Einbausituationen und Applikationsaufgaben anpassen – von kompakten Dosierstationen bis hin zu integrierten Anlagenkonzepten.
Für erweiterte Prozessanforderungen stehen verschiedene Optionen zur Verfügung. Eine Kolbenabfrage kann den Zustand „Ventil geöffnet“ oder „Ventil geschlossen“ überwachen. Ein Drucksensor ermöglicht die Kontrolle des Ausgangsdrucks. Eine Ventilheizung kann eingesetzt werden, um das Medium im Ventilbereich zu temperieren und das Fließverhalten an die Prozessanforderungen anzupassen. Die elektrische Ansteuerung kann über ein optionales 5/2-Wegeventil erfolgen.
In automatisierten Produktionsumgebungen lässt sich das WMAV in übergeordnete Maschinen- oder Anlagensteuerungen einbinden. Die Medienzufuhr kann je nach Anwendung über Kartuschen, Kolbendosierer, Druckbehälter oder Pumpensysteme erfolgen. Dadurch lassen sich Ventilfunktion, Materialversorgung und optionale Überwachungskomponenten auf den jeweiligen Dosierprozess abstimmen.
Typische Einsatzbereiche liegen in der Verarbeitung einkomponentiger Klebstoffe, Polyurethane, Epoxide, Silikone, MS-Polymere, Dichtstoffe, Gapfiller oder wärmeleitfähiger Pasten. Das Ventil eignet sich für Dosier- und Auftragsprozesse in der Elektronikfertigung, Fahrzeugtechnik, Batterietechnik, Medizintechnik, Montageautomation und allgemeinen industriellen Fertigung.
Das Membranauslassventil WMAV verbindet kompakte Bauweise, pneumatische Ventilbetätigung, Membrantrennung und optionale Prozessüberwachung in einer robusten Ventillösung. Es ist besonders geeignet für Anwendungen, bei denen reaktive oder hochviskose Medien druck-/zeitgesteuert, positionsgenau und mit sauberem Medienabriss aufgetragen werden müssen.
Weitere Informationen finden Sie auf der Produktseite zum WMAV Membranauslassventil.