Eine Düsenverlängerung wird eingesetzt, wenn eine Dosierstelle aufgrund der Bauteilgeometrie, der Einbausituation oder ihrer Lage mit der Standarddüse eines Dosierventils nicht direkt erreicht werden kann. Sie führt das Medium gezielt an räumlich schwer zugängliche, vertiefte oder innenliegende Dosierstellen und kann dadurch erforderliche Bauteilbewegungen oder Verfahrwege des Ventils reduzieren.
Kennzeichnend für die ausgangsdichtende Bauweise ist eine Ventilnadel, die bis zur Düsenspitze reicht. Sie öffnet und schließt den Materialfluss unmittelbar an der Austrittsöffnung. Dadurch werden unerwünschter Nachlauf und Nachtropfen reduziert und der Materialaustritt direkt an der Applikationsstelle unterbrochen.
Diese Funktionsweise ist besonders bei Medien vorteilhaft, die aufgrund ihres Fließverhaltens, der Schwerkraft oder der Druckverhältnisse im System nach dem Schließen weiter austreten könnten. Auch bei Überkopfanwendungen, sehr kurzen Dosierintervallen oder Bewegungen zwischen mehreren Auftragspositionen unterstützt die austrittsseitige Absperrung eine hohe Prozesssauberkeit. Verschmutzungen am Bauteil und im Anlagenumfeld sowie Materialverschleppungen zwischen einzelnen Dosierstellen können dadurch verringert werden. Bei härtenden, reaktiven oder zu Ablagerungen neigenden Medien kann eine totraumarme Innengeometrie zusätzlich Materialansammlungen innerhalb der Düsenverlängerung reduzieren.
Die ausgangsdichtende Düsenverlängerung kann für flüssige bis hochviskose Prozessmedien ausgelegt werden. Dazu gehören beispielsweise Schmierfette, Öle, Montage- und Wärmeleitpasten, Klebstoffe, Dichtstoffe und Silikone. Für die technische Auslegung sind insbesondere Viskosität, Fließgrenze, Thixotropie, Füllstoffanteil, Abrasivität, chemische Verträglichkeit und Aushärtungsverhalten relevant.
Länge, Außen- und Innendurchmesser, gerader oder abgewinkelter Verlauf sowie Form und Größe der Austrittsöffnung werden auf Medium, Bauteil, Einbausituation und gewünschtes Auftragsbild abgestimmt. Je nach Ausführung lassen sich punktuelle, linienförmige, radiale, segmentierte oder flächige Medienaufträge realisieren.
Für abgewinkelte Düsenverlängerungen oder richtungsabhängige Austrittsöffnungen ist optional eine Indexierung möglich. Sie ermöglicht eine schnelle und reproduzierbare Positionierung der Austrittsöffnung nach der Montage.
Die ausgangsdichtende Ausführung eignet sich besonders für Dosierprozesse, bei denen ein definierter Dosierabschluss, geringe Materialverschleppung und eine hohe Prozesssauberkeit gefordert sind. Steht eine konstruktiv einfache und wirtschaftliche Verlängerung des Medienwegs im Vordergrund, kann eine eingangsdichtende Düsenverlängerung die geeignete Lösung sein.
Einen Überblick über verfügbare Bauformen, Abmessungen, Austrittsgeometrien und mögliche Auftragsarten bietet unser Technologie-Insight zu Düsenverlängerungen für Dosier- und Auftragsventile.