Dosieren mit Eurokartuschen in Industrieanwendungen

Eurokartuschen sind in vielen Fertigungsbereichen ein bewährter Medienspeicher für Klebstoffe, Dichtstoffe, Silikone, Fette, Wachse und weitere technische Medien. Sie lassen sich sauber handhaben, gut lagern und transportieren und stellen definierte Materialmengen bereit. Besonders bei geringem bis mittlerem Medienverbrauch, häufigen Materialwechseln oder hochwertigen Medien kann diese Gebindeform wirtschaftliche und prozesstechnische Vorteile bieten.

In der industriellen Produktion werden Eurokartuschen jedoch häufig noch überwiegend an manuellen Arbeitsplätzen eingesetzt. Für automatisierte Dosier- und Applikationsprozesse müssen sie zuverlässig entleert, druckstabil versorgt und sicher in die Anlagenumgebung eingebunden werden. Genau hier setzt das Kartuschen-Entleersystem WKSK von WALTHER Systemtechnik an.

Eurokartuschen als produktionsgerechter Medienspeicher: Der Einsatz von Eurokartuschen kann besonders dann sinnvoll sein, wenn große Gebinde nicht wirtschaftlich oder prozessgerecht sind. Die definierte Füllmenge reduziert das Risiko, maximale Verarbeitungszeiten zu überschreiten, und kann Materialverluste vermeiden. Gleichzeitig entfällt in vielen Fällen das Umfüllen aus größeren Behältern, wodurch Handlingaufwand und Verschmutzungsrisiken sinken. Damit eignen sich Eurokartuschen unter anderem für Variantenfertigung, Kleinserien, Prototypenbau, dezentrale Produktionszellen oder Anwendungen mit begrenztem Medienverbrauch. Unterschiedliche Materialien können bedarfsgerecht bereitgestellt und sauber in den Fertigungsprozess eingebracht werden.

Vom manuellen Einsatz zur automatisierten Dosierung: Für automatisierte Prozesse reicht die Kartusche allein nicht aus. Entscheidend ist eine kontrollierte Entleerung mit stabilem Mediumdruck, sicherem Kartuschenwechsel und möglichst geringer Unterbrechung der Medienversorgung. Ohne ein geeignetes Entleersystem bleiben Eurokartuschen daher oft auf manuelle Anwendungen beschränkt.

Das Kartuschen-Entleersystem WKSK macht Eurokartuschen für industrielle Dosier- und Applikationsprozesse nutzbar. Es arbeitet mit einem geschlossenen pneumatischen Drucksystem, bei dem der Kartuschenboden kontrolliert in Richtung Auslass gedrückt wird. Der eingestellte Pneumatikdruck bestimmt dabei den Medium-Ausgangsdruck. So wird ein gleichmäßiger Materialfluss unterstützt, während ein Aufblähen oder Verformen der Kartusche verhindert wird.

Druckgeregelter Austrag hochviskoser Medien: Mit einem maximalen Betriebsdruck von 10 bar eignet sich das WKSK für Medien mit einer Viskosität von bis zu 25.000 mPa·s. Damit lassen sich typische industrielle Medien wie Klebstoffe, Dichtstoffe, Silikone, Fette oder Wachse aus Eurokartuschen verarbeiten. Für höhere Viskositäten empfiehlt sich eine anwendungsspezifische Prüfung. Die kontrollierte Druckbeaufschlagung erleichtert die Integration in unterschiedliche Anlagenkonzepte. Je nach Medium und Einbausituation kann das Kartuschensystem flexibel positioniert werden.

Sicherer Kartuschenwechsel und Füllstandsüberwachung: Im Produktionsumfeld muss der Kartuschenwechsel schnell, sauber und sicher erfolgen. Beim WKSK wird das System ausgeschaltet, wodurch der Druck kontrolliert abgebaut wird. Anschließend kann das Kartuschenrohr geöffnet, die leere Kartusche entnommen und eine neue Kartusche eingesetzt werden.

Integrierte Sicherheitsentlüftungen bauen Druck kontrolliert ab, falls das Kartuschenrohr versehentlich unter Druck geöffnet wird. Zusätzlich trennt eine neutrale Zone die Pneumatikseite von der Mediumseite. Dadurch wird verhindert, dass Druckluft in Richtung Medium gelangt oder Medium auf die Luftseite übertritt. Für automatisierte Prozesse kann das WKSK optional mit einer Vorleer- und Leermeldung ausgestattet werden. Sensoren überwachen den Füllstand der Kartusche und melden rechtzeitig, wenn ein Wechsel erforderlich ist. Dadurch lässt sich der Kartuschenwechsel besser planen und in den Produktionsablauf integrieren.

Unterbrechungsarme Medienversorgung durch Kaskadierung: Eine Herausforderung kleiner Gebinde ist die begrenzte Materialmenge. Für Anwendungen mit kontinuierlichem Medienbedarf lässt sich das WKSK deshalb kaskadieren. Mehrere Entleereinheiten werden miteinander verschaltet, um Eurokartuschen sequenziell zu entleeren.

Nach dem Entleeren einer Kartusche kann die nächste Einheit die Medienversorgung übernehmen. So entsteht eine unterbrechungsarme Lösung zwischen Einzelkartusche und größerem Gebindesystem. Das ist besonders dann interessant, wenn große Gebinde nicht gewünscht sind, der Prozess aber dennoch eine möglichst kontinuierliche Materialbereitstellung erfordert.

Flexibel integrierbar in Dosier- und Applikationssysteme: Das WKSK ist für Euro-1-Kunststoffkartuschen und Euro-2-Aluminiumkartuschen verfügbar. Über passende Kartuschenaufnahmen lässt sich das System an die jeweilige Kartuschenart anpassen. Für sehr zähflüssige Medien oder anspruchsvolle Einbaulagen steht eine Variante mit mechanischer Federunterstützung zur Verfügung.

Als Komponente des Walther MODULAR Systems kann das WKSK mit weiteren Funktionseinheiten verbunden werden. Dadurch lassen sich individuelle Dosiersysteme aufbauen, die auf Medium, Förderstrecke, Prozessanforderung und Applikationsaufgabe abgestimmt sind.

Eurokartuschen produktionsfähig einsetzen: Mit einem geeigneten Entleersystem lassen sich die Vorteile von Eurokartuschen auch in industrielle Produktionsprozesse übertragen. Das WKSK Kartuschen-Entleersystem ermöglicht eine druckgeregelte, sichere und bei Bedarf kaskadierte Medienversorgung aus geeigneten Eurokartuschen. Damit eignet sich das System für Produktionsumgebungen, in denen hochviskose Medien sauber und prozessnah aus kleinen Gebinden bereitgestellt werden sollen.