Damit Kleb- und Dichtstoffe, Fette, Pasten oder Silikone zuverlässig und mit geringer Restmenge aus herstellerspezifischen Hobbocks, Fässern oder Eimern gefördert werden können, muss die Folgeplatte des Entleersystems auf Gebindegeometrie, Medienverhalten und Prozessanforderungen abgestimmt sein. Als zentrale Komponente beeinflusst sie, ob das Medium während der Entleerung kontrolliert, sauber und prozessstabil bereitgestellt wird.
Funktion der Folgeplatte im Entleersystem: Die Folgeplatte liegt auf dem Medium im Gebinde auf und folgt dem sinkenden Materialspiegel während der Entleerung. Dadurch bleibt das Medium im Ansaugbereich für die Materialaufnahme verfügbar. Diese Funktion ist besonders bei hochviskosen, klebrigen oder pastösen Medien relevant, da solche Materialien nicht selbstständig und gleichmäßig nachfließen. Eine passende Folgeplatte unterstützt die kontinuierliche Materialnachführung und trägt zu einem stabilen Förderprozess bei. Gleichzeitig reduziert sie den Kontakt des Mediums mit Umgebungsluft, Staub und Feuchtigkeit.
Eine falsch ausgelegte Folgeplatte kann den Entleerprozess erheblich beeinträchtigen. Ist sie zu klein, kann Medium seitlich an der Platte vorbeiströmen oder Luft in den Ansaugbereich gelangen. Ist sie zu groß oder nicht auf die Gebindeform abgestimmt, kann sie verkanten oder nicht gleichmäßig nachgeführt werden. Typische Folgen sind Materialabriss, schwankende Fördermengen, erhöhte Restmengen im Gebinde oder Verunreinigungen des Mediums.
Auswahlkriterien für die passende Folgeplatte
Die Auswahl der Folgeplatte richtet sich vor allem nach Gebindeform, Innendurchmesser des Gebindes und Medienverhalten. Daraus ergeben sich Plattengröße, Dichtungsausführung und gegebenenfalls das passende Dichtungsmaterial. Erst aus der gemeinsamen Betrachtung dieser Kriterien lässt sich beurteilen, welche Ausführung zum jeweiligen Pumpen- und Entleersystem passt.

Gebindeform und Innendurchmesser: Für die Auswahl ist nicht allein die nominelle Gebindegröße entscheidend, sondern der tatsächliche Innendurchmesser. Je nach Gebindeform müssen unterschiedliche Maße berücksichtigt werden. Bei zylindrischen Gebinden ist der Innendurchmesser über die Höhe idealerweise gleich. In der Praxis können Sicken, Fertigungstoleranzen, Innenliner oder Verformungen jedoch zusätzliche Maße erforderlich machen. Relevant sind daher der obere Innendurchmesser Do, der untere Innendurchmesser Du und bei Gebinden mit Sicken der Innendurchmesser im Bereich der Sicke Ds. Bei konischen Gebinden unterscheiden sich oberer und unterer Innendurchmesser. Deshalb müssen Do und Du bekannt sein. Nur so lässt sich beurteilen, ob die Folgeplatte über den gesamten Entleerweg ausreichend abdichtet und frei beweglich bleibt.
Die genauen Innenmaße können beim Gebindelieferanten angefragt oder direkt am Gebinde gemessen werden.
Medienverhalten: Das zu fördernde Medium bestimmt die Anforderungen an Folgeplatte, Dichtung und medienberührte Werkstoffe. Entscheidend sind Viskosität, Haftneigung, Abrasivität, chemische Beständigkeit sowie die Empfindlichkeit des Mediums gegenüber Luft oder Feuchtigkeit. Je höher die Viskosität und je stärker die Haftneigung des Mediums, desto genauer müssen Folgeplatte, Dichtung und Pumpensystem aufeinander abgestimmt werden.
Dichtung und Dichtungsmaterial: Die Dichtung der Folgeplatte gleitet während der Entleerung an der Gebindeinnenwand entlang. Sie muss so abschließen, dass möglichst kein Medium an der Dichtung vorbeiströmt und möglichst wenig Luft in den Ansaugbereich gelangt. Gleichzeitig darf der Reibungswiderstand die Abwärtsbewegung der Folgeplatte nicht behindern.
Das Dichtungsmaterial muss chemisch zum Medium sowie mechanisch zur Gebindegeometrie passen. Für Standardfolgeplatten wird PUR eingesetzt. Bei stark klebrigen, chemisch anspruchsvollen oder abrasiven Medien sollte die Werkstoffauswahl anwendungsspezifisch geprüft werden. Je nach Anwendung können alternative Dichtungswerkstoffe oder Sonderausführungen erforderlich sein, zum Beispiel EPDM, FKM, NBR oder PTFE-basierte Lösungen.
Standardfolgeplatten nach Gebinde-Innendurchmesser
Für Standardanwendungen stehen mit FP10X und FP2XX Folgeplatten in unterschiedlichen Größen zur Verfügung. Die Auswahl erfolgt anhand des tatsächlichen Gebinde-Innendurchmessers. Dabei sind oberer und unterer Innendurchmesser des Gebindes zu berücksichtigen.
| System und Baugröße | WPS 1; WKF | WPS 1; WKF | WPS 1; WKF | WPS 1/2 | WPS 1/2/3 | WPS 1/2 | WPS 2/3 | WPS 2/3 | WPS 2/3 | WPS 3 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| ØDo [mm] | 99 | 168 | 192 | 236 | 290 | 336 | 355 | 380 | 400 | 571 |
| ØDu [mm] | 89 | 156 | 178 | 233 | 260 | 309 | 355 | 380 | 400 | 571 |
| ØDs [mm] | 99 | 168 | 192 | 236 | – | – | 365 | 390 | 407 | 584 |
| Ausführung | Standard | Standard | Standard | Standard | Standard | Standard | Standard | Standard | Standard | Standard |
| Folgeplatte | FP201 | FP204 | FP202 | FP203 | FP100 | FP101 | FP106 | FP102 | FP103 | FP104 |
| Artikelnummer | 50008366 | 50008369 | 50008367 | 50008368 | 50005192 | 50005173 | 50016257 | 50005164 | 50005087 | 50004998 |
* Bei den Standardfolgeplatten wird PUR als Dichtungsmaterial verwendet.
Standardfolgeplatte oder individuelle Ausführung?
Standardfolgeplatten sind eine wirtschaftliche Lösung für Gebinde mit definierten Innenmaßen und Medien innerhalb üblicher Anwendungsbereiche. Sie eignen sich, wenn Gebindeform, Medium und Prozessanforderungen zu den verfügbaren Plattengrößen und Dichtungsausführungen passen.
Eine individuelle Folgeplatte kann erforderlich sein, wenn das Gebinde von Standardmaßen abweicht, stark konisch ausgeführt ist, tiefe Sicken oder besondere Innenkonturen besitzt. Auch spezielle Medienanforderungen, abrasive Füllstoffe oder erhöhte Anforderungen an die Restentleerung können eine angepasste Ausführung notwendig machen.
Für die Auslegung einer passenden Folgeplatte werden folgende Daten benötigt:
- Gebindeform, zum Beispiel zylindrisch oder konisch
- minimaler und maximaler Innendurchmesser des Gebindes
- Angaben zu Sicken, Verjüngungen, Innenlinern oder besonderen Innenkonturen
- technisches Datenblatt zum Medium ( Viskosität, chemische und abrasive Eigenschaften)
- gewünschte Förderleistung und vorhandenes oder geplantes Pumpensystem
Prozesssichere Gebindeentleerung durch passende Folgeplatte
Die Folgeplatte ist eine prozessrelevante Komponente für Pumpen- und Entleersysteme. Nur wenn Geometrie, Dichtungsausführung und Werkstoffauswahl zu Gebinde und Medium passen, lässt sich ein hochviskoses Medium kontrolliert und mit geringer Restmenge aus dem Gebinde fördern. Bei der Planung von Pumpensystemen sollte die Folgeplatte daher frühzeitig berücksichtigt werden. Eine passende Ausführung reduziert Lufteintrag, Materialabriss, Undichtigkeiten und vermeidbare Materialverluste.
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