Dosier- und Auftragssystem für Klebstoffe
Dosier- und Auftragssysteme für Klebstoffe werden in industriellen Montage- und Produktionsprozessen eingesetzt, wenn niedrig- bis hochviskose Klebstoffe sauber und wiederholgenau auf Fügeflächen, Gehäuse, Deckel, Elektronikbaugruppen, Batteriemodule oder mechanische Verbindungselemente appliziert werden müssen. Entscheidend sind eine definierte Klebstoffmenge, eine exakte Auftragsposition und eine an die Fügeverbindung angepasste Auftragsgeometrie.
Die technische Auslegung des Dosiersystems richtet sich nach Klebstofftyp, Viskosität, Gebindegröße, Taktzeit, Temperaturführung und Prozessumgebung. Bei hochviskosen oder temperaturabhängigen Klebstoffen müssen Materialförderung, Druckniveau, Fluidführung, Druckregelung, Ventiltechnik und Düsengeometrie so aufeinander abgestimmt werden, dass der Austrag stabil, konturgenau und mit sauberem Medienabriss erfolgt.
Die beispielhafte Systemkonfiguration zeigt den typischen Aufbau eines industriellen Klebstoffauftragssystems. Sie umfasst die Förderung aus einem geeigneten Pumpensystem, eine hochdruckfeste Medienführung, die Materialverteilung, eine temperierte Fluidführung über Heizschlauch, die Regelung des Materialdrucks sowie die Applikation über ein Exzenterschneckendosierventil oder ein Membran-Auslassventil. Dadurch wird deutlich, dass ein stabiler Klebstoffauftrag nicht durch eine einzelne Komponente entsteht, sondern durch das abgestimmte Zusammenwirken aller prozessrelevanten Funktionsbereiche.
Bei Punktdosierungen steht die definierte Klebstoffmenge je Auftragsstelle im Vordergrund. Beim Raupenauftrag sind Raupenbreite, Raupenhöhe, Konturtreue, Auftragsgeschwindigkeit, Düsenabstand und ein sauberer Medienabriss entscheidend. Für Auslassanwendungen muss die Ventiltechnik so ausgelegt sein, dass der Klebstoff kontrolliert freigegeben und nach dem Auftrag sauber getrennt wird.
In automatisierten Montage- und Produktionsanlagen sichern Dosier- und Auftragssysteme für Klebstoffe eine konstante Applikationsqualität bei wiederkehrenden Bauteilgeometrien, kurzen Taktzeiten und hohen Anforderungen an die Prozessstabilität. Überwachbare Parameter wie Materialdruck, Dosierzeit, Temperatur, Auftragsbahn oder Austragsmenge unterstützen die Prozessführung.

Die einzelnen Komponenten unser Beispielkonfiguration
- 1. Pumpensystem Heavy WPSH ADVANCED
- 2. Hochdruckschlauch HDS
- 3. Verteilermodul WVM
- 4. Heizschlauch WMHS
- 5. Materialdruckregler WMDR
- 6. Exzenterschnecken-Dosierventil RSD
- 7. Membran-Auslassventil WMAV






