Industrielle Dosiersysteme und Auftragssysteme
Anwendungsspezifisch ausgelegte Dosiersysteme zur präzisen Dosierung und Applikation flüssiger, viskoser und pastöser Medien.
Dosiersysteme ermöglichen die Bereitstellung des Mediums in einem definierten Zustand sowie dessen präzise und reproduzierbare Dosierung und Applikation. Sie eignen sich für flüssige, viskose und pastöse Medien wie Öle, Fette, Wachse, Klebstoffe oder Silikone und kommen überall dort zum Einsatz, wo ein Medium gezielt auf Bauteile aufgetragen werden muss – manuell, teilautomatisiert oder automatisiert. In industriellen Anwendungen beeinflusst die Leistungsfähigkeit des Dosiersystems maßgeblich die Prozesssicherheit der Gesamtanlage.
Was ist ein Dosiersystem?
Ein Dosiersystem ist eine anwendungsspezifisch konfigurierte Einheit aus mehreren Dosier- und Peripheriekomponenten, die gemeinsam eine definierte Dosier- und Applikationsaufgabe erfüllen.
Komponenten wie Pumpen, Ventile und Steuergeräte übernehmen dabei jeweils klar abgegrenzte Teilfunktionen. Erst ihr genau abgestimmtes Zusammenspiel ermöglicht das präzise, stabile und reproduzierbare Verarbeiten und Auftragen des Mediums.
Funktionale Struktur eines Dosiersystems
Die zur Realisierung eingesetzten Komponenten lassen sich vier funktionalen Kategorien zuordnen.
Fördern und Bereitstellen
Die Kategorie umfasst alle Komponenten, die das Medium bevorraten, fördern und mit dem erforderlichen Druck bereitstellen. Ziel ist es, das Material kontinuierlich und prozessstabil für die nachfolgenden Funktionen zur Verfügung zu stellen.
Weiterleiten und Aufbereiten
Diese Kategorie umfasst den medienseitigen Transport zur Applikationsstelle sowie die Aufbereitung des Mediums im Hinblick auf die Anforderungen des Dosierprozesses, einschließlich Filtration, Entgasung, Druckformung und Druckstabilisierung.
Verarbeiten und Auftragen
Mit Komponenten dieser Kategorie erfolgt der Auftrag des Mediums. Dosierung und Auftrag sind hierbei funktional gekoppelt und bilden das Dosierergebnis. Dosiermenge und Auftragsbild ergeben sich aus Ventiltechnik, Applikations-Geometrie und Ventilansteuerung.
Messen, Steuern, Regeln
Steuer- und Regelkomponenten übernehmen die Prozessführung und die Synchronisation mit der übergeordneten Anlage. Sie stabilisieren den Dosierprozess und stellen bei schwankenden Prozess-Bedingungen reproduzierbare Dosierergebnisse sicher.
Modularer Systembaukasten: Individuelle Lösungen kosteneffizient realisieren.
Für die praktische Umsetzung bietet Walther einen modularen Systembaukasten, bei dem die einzelnen Systemfunktionen über kombinierbare Komponenten realisiert und zu kompakten Dosiersystemen zusammengesetzt werden. Die modulare Architektur reduziert Projektierungs- und Engineeringaufwand und unterstützt eine wirtschaftliche Systemrealisierung. Der Einsatz bewährter, standardisierter Komponenten verkürzt Planungszeiten, minimiert das Engineering-Risiko und vereinfacht Wartung und Service, wodurch Betriebskosten gesenkt und die Anlagenverfügbarkeit erhöht werden.
Auslegungsprinzip eines Dosiersystems
Die Auslegung eines Dosiersystems ergibt sich direkt aus der jeweiligen Dosieraufgabe. Anwendungsbedingungen wie Medium, Dosiermenge, Taktzeit, Applikationsform und Integrationsumgebung definieren die funktionalen Anforderungen an das System. Auf dieser Basis werden die erforderlichen Komponenten gezielt ausgewählt und funktional aufeinander abgestimmt, um ein stabiles und reproduzierbares Dosierergebnis sicherzustellen.
Dosiersysteme für Fett, Öl und Klebstoff
Exemplarisches Dosiersystem für Klebstoff
Systemauslegung und Realisierung von Dosiersystemen
Dosiersysteme können entweder aus einzelnen Systemkomponenten kundenseitig konfiguriert oder als vollständig ausgelegte, montierte und getestete Einheit bezogen werden. Walther unterstützt die Systemauslegung, funktionale Abstimmung und Integration applikationsspezifischer Dosiersysteme – von der Auswahl geeigneter Komponenten bis zur betriebsbereiten Übergabe.